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  • Dörthe Haltern

Was bedeutet... FASD?


Alkohol ist das am häufigsten unterschätzte Genussmittel in Europa. Erschreckend hoch sind die Fälle, in denen bereits Kinder von den Folgen betroffen sind. Fetale Alkoholspektrumsstörung (kurz FASD) nennt sich die Krankheit, sofern es bei Kindern zu bleibenden Störungen auf Grund von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kommt. Gerade in frühen Entwicklungsphasen des Embryos können bereits geringe Mengen an Alkohol toxisch wirken und zu bleibenden Schäden führen. Besonders heikel, da viele Frauen zum Teil ihre Schwangerschaft erst spät bemerken. Doch selbst dann, trinken 8 von 10 Frauen statistisch gesehen in Deutschland noch immer geringe Mengen Alkohol während ihrer Schwangerschaft. Diese geringen Mengen reichen jedoch oftmals schon aus. Von daher kommen etwa 10 000 Kinder im Jahr mit FASD zur Welt - die Dunkelziffer ist hoch, da viele nicht diagnostiziert werden. Oft auf Grund von der noch immer sehr geringen Informationsbreite.


Die Folgen können verheerend sein, nimmt man Rücksicht darauf, wie leicht FASD verhindert werden kann. Oftmals kommt es zu Wachstumsminderungen, auffällig besonders im Gesicht. Eine kleine Kopfform mit vorgewölbter Stirn, fliehendem Kinn und schmaler Oberlippe sind typisch. Zusätzlich kommt es zu Verhaltensstörungen, zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag, kognitiven Defiziten und Teilleistungsstörungen. Laut Bundesgesundheitsministerium wird häufig bei FASD-Betroffenen u.a. der Hang zu Schlafproblemen, Albträumen, Geräuschüberempfindlichkeit, Ängsten und Depressionen festgestellt. Schwieriger jedoch noch Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, schwere Konzentrationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten bei Sprache und Lesen, sowie oft starke soziale Auffälligkeiten.


Gerade auf Grund ihrer Unffähigkeit zu sozialen Kompetenzen werden sie oft ausgegrenzt und finden keinen stabilen Weg in die sie umgebende Gesellschaft, erfahren oft Ablehnung. Sie sind häufig nicht in der Lage den Alltag ohne Unterstützung zu bewältigen. Aufräumen fällt schwer, Termine einhalten, der Umgang mit Geld. Oft werden Kleinigkeiten schnell wieder vergessen.


Allmählich werden psychologische Themen in der Gesellschaft enttabuisiert. Es wird offen darüber gesprochen, es gibt Informationsveranstaltungen und geschultere Beteiligte, wie auch Pädagogen, Sozialarbeiter, Ärzte. Die Forschung macht Fortschritte und auch in den Medien wird häufiger schonend und ehrlich berichtet. Gerade zu diesem Thema gab es 2018 eine Dokumentation des WDR - "Alkoholkinder" (u.a. auf YouTube zu sehen), die ohne zu stigmatisieren, die Geschichte einer Mutter mit zwei betroffenen Kindern erzählt. Besonders schwierig in diesem Fall, dass auch die Mutter selbst an FASD leidet.


Auch wenn FASD einen Behindertengrad erreichen kann, so kann den Betroffenen jedoch mit der passenden Unterstützung auch in Therapieform geholfen werden, ihren Alltag zu bewältigen. In Deutschland ist das bekannteste Infoportal der FASD Deutschland e.V. bei dem auch regionale Ansprechpartner gefunden werden können.

Wir beraten Sie gerne. Nutzen Sie unser Kontaktformular und informieren Sie sich über die Möglichkeiten der Reittherapie.

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