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  • Dörthe Haltern

Was bedeutet... PTBS?



Zunächst einmal muss man die Posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS genannt, von der Akuten Belastungsstörung differenzieren. Deswegen erst einmal ein paar Worte hierzu. Beide, zum Teil heftigen, psychischen Reaktionen werden durch ein starkes seelisches Trauma ausgelöst. Bei der Akuten Belastungsstörung sind dies zumeist schwere Autounfälle, Naturkatastrophen oder Hausbrände. Es sind Erlebnisse, die für uns lebensbedrohlich sind, die völlig unerwartet kamen und die unsere Psyche nicht mehr verarbeiten kann.


Die Akute Belastungsstörung folgt unmittelbar und hält einige Tage an. Sie zeigt sehr starke Symptome, meist gepaart mit extremen Fluchtreaktionen. Hierzu gehören typischer Weise Depersonalisation, Derealisation und Desorientierung. Die Betroffenen wissen zum Teil nicht, wo sie sind, wer sie sind oder wann sie sind. Fluchtreaktionen können bis zu einer Fugue ausarten (dem Ablegen der eigenen Identität) oder einem Stupor (völlige Bewegungsunfähigkeit mit Reaktionslosigkeit auf äußere Reize).


Halten Symptome, die sich auf das Erlebte beziehen über mehrere Wochen an, spricht man von einer PTBS. Meist sind die Betroffenen Opfer von Gewalteinwirkung: Kriegsopfer, Soldaten, Opfer von häuslicher Gewalt oder Missbrauch bishin zu Vergewaltigung. Kennzeichnend sind für die PTBS Nachhallerinnerungen und Flashbacks, die durch geringste Auslöser intensiv hervorgerufen werden können. Die Betroffenen erinnern sich nicht nur, sie erleben das traumatische Erlebnisse immer wieder neu, als wäre es gerade erst geschehen. Sie erleben Todesangst und werden von einem Gefühl der Hilflosigkeit übermannt.


Folgen können Schlafstörungen sein, da die Betroffene von Albträumen aus dem Schlaf schrecken. Angst- und Zwangsstörungen sind nicht selten. Oft sinkt das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl - die Betroffenen sehen sich stets als Opfer. Erinnerungsauslösende Situationen werden gemieden, was zu sozialer Isolierung führen kann. Es kann zu Depressionen bishin zu Suizidgedanken kommen. Ein normaler Alltag ist bei stark Betroffenen kaum möglich.


Empfohlen wird eine Konfrontationstherapie, die von einem erfahrenen Psychotherapeuten begleitet werden sollte. Die Betroffenen sollen sich das Geschehene bewusst in Erinnerung rufen, mit dem Ziel, die Möglichkeit zu erhalten, die Erinnerungen zu verarbeiten. Sie sollen gestärkt werden und ihre Opferrolle ablegen, begreifen können, dass das Geschehene Vergangenheit ist und nicht wiederkehrend. Es ist wichtig, dass sie Ressourcen erlangen, sich dem gegenüberstellen zu können und wehrhaft zu werden, damit sie ihre Hilflosigkeit verlieren.


Reittherapie ist hierbei unterstützend von großem Erfolg geprägt. Die Betroffenen erleben hier seltene Momente der Ruhe und entdecken zeitgleich neue Stärken, mit denen sie ihr Selbstbewusstsein ausbauen können.

Wir beraten Sie gerne. Nutzen Sie unser Kontaktformular und informieren Sie sich über die Möglichkeiten der Reittherapie.

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