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  • Dörthe Haltern

Wenn Tiere heilen...


Im Laufe der Jahrhunderte ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier mit der Domestizierung zu Haustieren immer enger geworden. Hunde werden für gewöhnlich sogar als „bester Freund des Menschen“ betitelt. Gerade bei älteren oder alleinstehenden Leuten finden sogar häufig Vermenschlichungen statt. Tiere werden oft als Familienmitglieder gesehen, um die man sich ebenso sorgfältig kümmert und pflegt.


Auch in der Psychotherapie finden Tiere immer mehr Einzug – als Co-Therapeuten sind besonders Hunde beliebt. Pferde folgen ihnen dicht auf den Fersen. Den Durchbruch erlangte die tiergestützte Therapie in den 60er Jahren in New York. Dort beschrieb der Kinderpsychologe Dr. Boris Levinson erstmals seine positiven Erfahrungen mit dem Einsatz von Katzen und Hunden. Er beobachtete an seinen Patienten, dass die Sitzungen in Anwesenheit der Tiere sehr viel kommunikativer und konzentrierter abgehalten werden würden.


Die Voraussetzung zum erfolgreichen Therapiekonzept besteht in der Möglichkeit, aus Sicht des Menschen ein anderes Lebewesen als Individuum wahrnehmen zu können. Der Mensch muss in der Lage sein können, eine verständliche Körpersprache zu erkennen, aus denen er Gefühle und Empfindungen herleiten kann. Dies setzt natürlich voraus, dass zwischen den unterschiedlichen Lebewesen Mensch und Tier ähnliche Gefühle und Empfindungen vorhanden sind.


Diese Gegebenheit hilft dem Menschen seine analoge Kommunikation – dies bedeutet, die Sprache durch Gesten und Mimik – zu trainieren. Durch die Beobachtung des Verhaltens des Tieres gegenüber eigenen Aktionen kann die analoge Kommunikation sensibilisiert und in einem finalen Schritt auch auf den Menschen übertragen werden. Auch fördert es die Selbstkontrolle, da konstant Aktionen und Reaktionen zwischen sich und dem Tier erkannt und beeinflusst werden können.


Tiere haben aber auch einen ganz anderen Nebeneffekt. Sie spenden Trost, akzeptieren ihren Gegenüber, so wie er ist und bewerten in ihren Begegnungen nicht. Dies stärkt das emotionale Wohlbefinden des Menschen und unterstützt die Selbstachtung. Da in der Regel der Umgang mit dem Tier zunächst gelernt werden muss, werden kognitive Fähigkeiten angeregt. Die Beschäftigung und oft auch gemeinsame Bewegung mit dem Tier zusammen zeigen einen positiven Effekt auf Körper und Psyche. Der enge Körperkontakt, das Streicheln des Tieres und die gemeinsame Bewältigung von Aufgaben lassen den Menschen sich weniger hilflos und einsam fühlen. Zudem kann das Selbstbewusstsein nach und nach aufgebaut und stabilisiert werden.


In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die tiergestützte Psychologie professionell strukturiert. Die Tiere werden in die Therapiepläne eingearbeitet und die Erfolge werden dokumentiert. Inzwischen bilden sich Verbände und Interessensgemeinschaften, die Infoportale für Ausbildungsmöglichkeiten und Fortbildungen bieten, um auch die tiergestützte Therapie zu einem anerkannten und professionell arbeitenden Zweig der Psychotherapie werden zu lassen.

Wir beraten Sie gerne. Nutzen Sie unser Kontaktformular und informieren Sie sich über die Möglichkeiten der Reittherapie.

© 2018 by Dörthe Haltern                                                                                                                                                                                         Impressum